Kredit Lexikon

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Annuitätendarlehen Das Annuitätendarlehen ist ein Darlehen, bei welchem die Zahlung der Raten immer konstant bleibt. Im Gegensatz zu einem Tilgungsdarlehen ändern sich die zu zahlenden Raten während der gesamten Laufzeit nicht. Die Rate selbst setzt sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammen.

Mit jeder Rate tilgt der Schuldner einen Teil der Restschuld. Jeden Monat verringert sich damit auch der Zinsanteil und der Tilgungsteil wächst. Hat der Kredit das Ende seiner Laufzeit erreicht, sind alle Schulden komplett getilgt. Der Zinssatz selbst ist dabei entweder über einen längeren Zeitraum festgeschrieben oder bleibt während der Laufzeit konstant. Das Annuitätendarlehen wird neben der Vergabe von kleineren Darlehen, auch bei der Finanzierung von Immobilien genutzt.

Abrufkredit Der Abrufkredit bringt einige Vorteile mit sich. Auf der einen Seite haben Kunden die freie Bankenwahl, auf der anderen Seite biete dieses Darlehen flexible Rückzahlungsmöglichkeiten. Die Funktionsweise ist einfach: Banken räumen ihren Kunden eine bestimmte Kreditsumme ein. Je nach Bedarf kann der Kunde darüber verfügen. Zinsen zahlt er nur für die tatsächlich beanspruchte Summe. Im Vergleich zu einem Dispositionskredit ist der Zinssatz deutlich geringer. Raten sind zum Rückzahlen entweder festgelegt oder der Kunde leistet Sonderzahlungen.

Hier hat er die Möglichkeit, die Kreditsumme in einem Stück zurückzuzahlen. Wer einen Abrufkredit bei seiner Bank beantragen möchte, benötigt außer einem regelmäßigen Einkommen eine saubere Schufa-Auskunft.

Autokredit Wer das Geld für die Anschaffung eines Neu- oder Gebrauchtwagens nicht aufbringen kann, benötigt zur Finanzierung den Autokredit. Viele Autohändler haben dazu ihre Hausbank.

Als Käufer sollte man allerdings immer weitere Angebote einfordern. Nicht selten bieten andere Bake viel bessere Konditionen an. Im Vergleich zu einem normalen Darlehen hat der Autokredit bessere Bedingungen und einen niedrigeren Zinssatz. Das Fahrzeug selbst fungiert dabei als Sicherheit. Oft verlangen die Banken dazu, dass der Kraftfahrzeugbrief, nach der Anmeldung als Sicherheit bei der Bank verbleibt. Der Kunde bekommt lediglich eine Kopie ausgehändigt.

Weitere Namen, unter deren diese Kreditform bekannt ist sind: Konsumentenkredit oder Anschaffungsdarlehen.

Arbeitnehmersparzulage Der Staat gewährt mit der Arbeitnehmersparzulage einen Bonus für Arbeitnehmer. Damit unterstützt er sie bei der Bildung von neuem Vermögen. Der Arbeitgeber muss das Geld in die gewünschte Finanzierungsart anlegen. Dabei stehen unterschiedliche Variationen zur Verfügung.

Beliebt ist der Bausparvertrag oder der Investmentfonds. Die Arbeitnehmersparzulage wird auf dem Lohnzettel gesondert aufgeführt. Sie wird auf den Bruttolohn aufgeschlagen, beim Netto sofort wieder abgezogen. Dadurch muss der Arbeitnehmer die Kosten nicht selbst tragen. Ob und in welcher Höhe eine Firma dann die vermögenswirksame Leistung zahlt, ist von Unternehmen zu unternehmen unterschiedlich. Der Anspruch selbst auf die Arbeitnehmersparzulage richtet sich nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens.

Bausparvertrag Ursprünglich war der Bausparvertrag als Sparanlage für ein Bauvorhaben gedacht. Die Einrichtung einer Wohnung zählt ebenfalls dazu. Die Summe, die der Verbraucher ansparen möchte, legt er im Vorfeld fest. Ist die vereinbarte Laufzeit erreicht, wird die angesparte Summe entweder ausgezahlt oder es besteht Anspruch auf ein Bauspardarlehen. Dieses unterscheidet sich von anderen Darlehen durch seinen niedrigen Zinssatz. Die Hausfinanzierung ist somit zu 100 Prozent finanzierbar, denn der Bausparvertrag fungiert in diesem Fall als Eigenkapital. Mit einem Bausparvertrag lassen sich Immobilien auch komplett finanzieren. Hier setzen sich die monatlichen Beiträge aus den Zinsen für das Guthaben und der Wohnungsbauprämie zusammen.

Baukredit Mit einem Baukredit ist es für Verbraucher einfach, ein neues Eigenheim zu bauen und dieses nicht nur zur Altersvorsorge, sondern auch als Geldanlage zu nutzen. Wer sich bei der Finanzierung nicht vollkommen übernehmen möchte, muss bestimmte Faktoren berücksichtigen. Der Baukredit zeichnet sich durch seine lange Laufzeit aus. Die Zinsen sind dabei immer auf einen bestimmten Zeitraum hin festgeschrieben. Nach Ablauf der Zeit, ist der Zinssatz neu zu verhandeln. Verbraucher, die einen Bausparvertrag oder Eigenkapital besitzen, bekommen den Kredit häufig zu noch besseren Konditionen. Es lohnt sich hier einen unabhängigen Kreditvergleich zu starten und die Bank zu finden, welche die besten Konditionen hat.

Bildungskredit Ergänzend zum BAföG haben Studierende und Auszubildenden die Möglichkeiten durch den Bildungskredit Geld zu erhalten. Die Höhe des Darlehens hängt dabei von mehreren unterschiedlichen Faktoren ab: die Einkommenssituation und einem eventuellen Vermögen der Auszubildenden und von den Vermögensverhältnissen der Eltern. Eine Bonitätsprüfung im klassischen Sinne findet nicht statt. Die Ratenauszahlung erfolgt monatlich. Die Summe beträgt zwischen 100 und 300 Euro. Der gesamte Kreditrahmen bewegt sich zwischen 1000 und 7200 Euro. Erst nach vier Jahren beginnt die Rückzahlung, beginnend zu rechnen vom Datum der ersten Auszahlung. Dabei sind die Raten niedrig gewählt, höhere Zahlungen aber zu jeder Zeit möglich.

Bonität Durch die Bonität werden die Zahlungsfähigkeit und der Zahlungswille, eines jeden Schuldners beurteilt. Unterschiedliche Kriterien kommen dabei zum Tragen: Einkommensnachweise und Bilanzen bilden die Grundlage. Anhand dieser Informationen erstellen Agenturen dann ein Rating. Dieses gilt wiederum als Maßstab für einen Kredit. Wer zum Beispiel ein Darlehen bekommt, unterliegt während der gesamten Laufzeit einer sich ständig wiederholenden Bonitätsprüfung. Die eigentliche Kreditwürdigkeit teilt sich in Stufen, den Ratings oder Scores. Je höher diese ausfallen, desto kreditwürdiger ist der Verbraucher. Offenlegen müssen die Agenturen und Banken ihre Kriterien nicht. Bei Privatpersonen ist meistens die Schufa maßgebend, ob Banken einen Kredit genehmigen oder nicht. Dort sind sämtliche relevanten Daten gespeichert.

Bürgschaft Unter einer Bürgschaft wird ein Vertrag verstanden, der zwischen einem Gläubiger und Bürgen zustande kommt. Kommt der eigentliche Schuldner seinen Verpflichtungen nicht mehr nach und kann die Raten nicht zahlen, muss der Bürge dies übernehmen. Da er aber dafür keine Leistung zu erwarten hat, wird eine Bürgschaft als einseitig bezeichnet. Der Bürge bedeutet die Sicherheit einen Kredit zu bekommen für den Schuldner. Grundvorrausetzung, um als Bürge zu taugen, ist die Bonität. Die Bürgschaft besteht nur so lange, wie die Laufzeit des Kredites ist. Muss der Bürge für den Schuldner eintreten, muss er die gesamte Restsumme an den Gläubiger zahlen. Er wiederum kann dann die Summe vom Schuldner zurückverlangen.

Dispositionskredit Wer sein Konto kurzfristig, innerhalb eines festgesetzten Rahmens überziehen möchte, für den ist der Dispositionskredit die passende Option. Sie ist allerdings nur für Privatpersonen nutzbar. Sie können mit diesem Verbraucherdarlehen zum Beispiel dringende Zahlungen überweisen. Grundvoraussetzung für die Einrichtung eines solchen Kredites ist aber, dass der Kontoinhaber regelmäßige Einzahlungen auf sein Konto tätigt. Dazu gehören zum Beispiel Lohnzahlungen. Weiterhin muss der Kontoinhaber volljährig sein. Bei dieser Kreditform sind die Zinsen meistens höher wie bei anderen Darlehensformen. Eine länger andauernde Überziehung ist aus diesem Grund immer zu vermeiden. Tritt dieser Fall dennoch ein, sollte schnellstmöglich eine andere Art von Kredit zum Zuge kommen. Die Höhe des Dispos richtet sich nach dem Einkommen und bleibt auch bestehen, wenn er nicht in Anspruch genommen wird.

Eigenkapital
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Eigenkapital Was übrig bleibt, wenn alle Schulden bezahlt sind, ist das Eigenkapital. Viele kennen den Begriff aus der Immobilienfinanzierung. Hier bezeichnet der Begriff die Summe, die der Bauherr aus eigenen Mitteln bestreiten kann und für die er kein Darlehen benötigt. Neben Bargeld können dies auch Bausparverträge oder Wohneigentum sein. Bei Unternehmen hat der Begriff Eigenkapital eine andere Funktion. Hier ist die Einlage eines Investors oder Gesellschafter der Firma gemeint. Das Eigenkapital ist eine Summe, die übrig bleibt, wenn alle Schulden bezahlt sind. Viele kennen ihn aus der Immobilienfinanzierung.

Hier bezeichnet das Eigenkapital den Teil, den ein Bauherr aus eigenen Mitteln bestreiten kann, ohne Geld aufnehmen zu müssen. Das kann ein Bausparvertrag, Bargeld oder Wohneigentum sein. Auch in einem Unternehmen gibt es den Begriff Eigenkapital. Es ist damit die Einlage eines Unternehmers oder Gesellschafters in einer Firma gemeint. Je höher das Eigenkapital im Gegensatz zu fremdfinanzierten Geldern ist, desto mehr ist ein Unternehmen belastbar. Eigenkapital in eine Firma zu stecken, bedeutet ein Risiko, da der Geldgeber bei einer Auflösung am Ende der Auszahlungen steht. Zum Eigenkapital zählen auch die Rücklagen, sie sind eine Eigenkapitalerhöhung oder die Gewinne einer Firma.

Forward-Darlehen Ein Forward-Darlehen zeichnet sich dadurch aus, dass es dem Darlehensnehmer nach einer festen „Vorlaufzeit“ ausgezahlt wird. Diese Vorlaufzeit kann bis zu fünf Jahre dauern. Ist sie abgelaufen, gleicht das Forward-Darlehen einem herkömmlichen Darlehen. Den Zeitraum zwischen dem Vertragsschluss und dem Beginn der Laufzeit bezeichnet man als Forward-Periode. Während dieser Zeit sind keine Zinsen zu zahlen. Solche Darlehensformen treten häufig bei Immobiliengeschäften auf, bei denen sich der Darlehensnehmer, aufgrund günstiger Zinsen, schon lange vor dem eigentlichen Kauf das Darlehen sichert. Ganz umsonst ist diese Praxis nicht. Der Darlehensgeber stellt dem Darlehensnehmer einen gewissen Zinssatz in Rechnung.

Fremdkapital Fremdkapital zählt zu den Mitteln, die einem Unternehmen zur Verfügung stehen, aber nicht vom Eigentümer oder Gesellschaftern kommt. Dies sind unter anderem Darlehen, Lieferantenkredite oder Rückstellungen. Fremdkapital ist eine Verbindlichkeit, die auf der einen Seite auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt ist, die auf der anderen Seite jederzeit kündbar ist. Diejenige Person, die das Kapital stellt, bekommt dafür eine Vergütung. Der Kapitalgeber ist nicht am Unternehmen beteiligt und nicht haftbar. Das Fremdkapital ist auch nicht im Firmenvermögen aufgeführt und geht bei positiver Bilanz an den Kreditgeber zurück. Bei einer Immobilienfinanzierung bezeichnet das Fremdkapital die Differenz zwischen dem, was ein Bauherr selber aufbringt und der Gesamtsumme zum Bau oder Erwerb von Wohneigentum, also dass, was an Geld aufzunehmen ist.

Gewerbekredit Der Gewerbekredit ist ein Kredit, der extra für Gewerbetreibende eingerichtet ist. Ist sie zur Verfügung gestellt, entscheidet der Kreditnehmer über eine individuelle Nutzung. Entweder er verwendet sie für einmalige Investitionen, zur Tilgung von Fixkosten oder für eine kurzfristige Liquiditätsüberbrückung. Voraussetzung für einen Gewerbekredit ist immer ein Gewerbeschein. Dabei muss der Kreditnehmer auch der Betreiber sein. Die Zinsen liegen bei dieser Art des Darlehens ebenfalls im unteren Bereich, die Kosten für so einen Kredit sind unterschiedlich. Manche Banken verzichten sogar darauf. Auch die Rückzahlung weicht voneinander ab. Es kann eine regelmäßige Ratenzahlung ausgemacht sein, daneben besteht bei manchen Kreditinstituten eigenverantwortliche Zahlung flexibler Summen ohne festen Plan.

Inflation Inflation beschreibt einen Prozess ständiger Preisniveausteigerungen, die eine bestimmte Marge überschreiten. Diese Preisniveausteigerungen haben ein Absinken der Kaufkraft innerhalb einer Volkswirtschaft zur Folge. Dieser Verlust an Kaufkraft wird mit der sogenannten Inflationsrate ausgedrückt. Sie zeigt, wie sich die Preise eines festen repräsentativen Warenkorbes im Laufe der Zeit prozentual verändern. Da dieser Warenkorb aus unterschiedlichen Gütern des täglichen Bedarfs besteht, werden Preissteigerungen von Bewohnern einer Volkswirtschaft unterschiedlich stark wahrgenommen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der „gefühlten Inflation“. Das Verhalten der Käufer verändert sich außerdem ständig. Die Inflation ist Gegenstand der Untersuchung durch Wirtschaftsinstitute, die Preiserhöhungen teilt das Statistische Bundesamt monatlich mit.In der Bundesrepublik Deutschland liegt die Inflationsrate im Jahr 2012 ungefähr bei 2,0 Prozent.

Lieferantendarlehen Ein Lieferantenkredit ist keinesfalls ein Kredit, den ein Unternehmen einem seiner Lieferanten gewährt. Das Gegenteil ist der Fall. Der Lieferantenkredit, auch als Waren- oder Handelskredit benannt, zeichnet sich dadurch aus, dass ein Lieferant seinen Kunden zur Zahlung der Verbindlichkeiten eine Frist oder ein Zahlungsziel einräumt. Dieser kurzfristige, zinslose Kredit gilt nur unter Kaufleuten und hat nach wie vor eine sehr große Bedeutung. Gewährt ein Lieferant seinen Kunden hingegen eine Skontofrist, „belohnt“ er eine schnelle Bezahlung durch den Kunden und dieser erhält einen Preisnachlass, den sogenannten Skonto. Dessen Höhe liegt in der aller Regel zwischen 2 und 3 Prozent. Zur Sicherheit behält der Lieferant die Eigentumsrechte bis zur Bezahlung. Bezahlt der Kunde die Rechnung nicht, kann der Lieferant die Ware zurück verlangen.

Kombi-Finanzierung Kombi-Finanzierung bezeichnet einen Kredit, der vom Ratenkredit stark abweicht. Wer ein Darlehen auf Raten nimmt, muss monatlich eine feste Rate zahlen, bis der Kredit getilgt ist. Bei einer Kombi-Finanzierung ist der Kredit hingegen erst am Ende der Laufzeit in einer Komplettsumme zu begleichen. Der Kreditnehmer schließt dafür einen zweiten Vertrag ab, eine Kapitallebensversicherung. Ist diese auszahlungsreif, fließt die Summe in den Kredit und tilgt diesen damit. Deshalb existiert auch der Begriff Lebensversicherungskredit. Während der Laufzeit der Kombi-Finanzierung fallen für den Kredit nur Zinsen an. Günstig ist eine Kombi-Finanzierung für Kreditnehmer, die auf der einen Seite eine eventuelle steuerliche Begünstigung von der abzuschließenden Lebensversicherung nutzen können, auf der anderen Seite den Kredit langfristig aufnehmen, um kleine Raten zu erreichen.

Kreditkarte Die Kreditkarte bietet, neben dem bestehenden Girokonto, eine weitere Möglichkeit bargeldlos Rechnungen zu zahlen. Im Grunde funktioniert sie wie ein Kredit. Dem Kreditnehmer wird ein bestimmter Betrag zur Verfügung gestellt. Bei der Rückzahlung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Entweder wird am Ende des Monats der komplette Betrag vom Girokonto abgebucht und der Karte gutgeschrieben oder es sind Ratenzahlungen zu leisten. Dabei kommt ein vorher vereinbarter Zinssatz zum Tragen und von der Gesamtschuldensumme ein entsprechender Betrag monatlich auf die Kreditkarte zurückgeführt. Dadurch bleibt der Verbraucher flexibel und rutscht weniger schnell in die Schuldenfalle ab. Es gibt auch die Variante der PrePaid Karte. Dabei zahlt der Kunde eine Summe auf die Karte ein und kann von diesem abbuchen lassen, bis das Guthaben verbraucht ist.

Kreditbedarf Der Kreditbedarf steht für die Summe, die ein Kreditnehmer bei einer Bank leihen muss, um sich etwas zu kaufen. Sie errechnet sich aus der Anschaffungssumme minus dem Geld, welches der Kunde selber aufbringen kann. Bei der Berechnung des Kreditbedarfs ist es nötig, auch versteckte Nebenkosten, unerwartete Zahlungen sowie die normalen Lebenshaltungskosten nicht zu vergessen. Steuern sind ebenfalls zu berücksichtigen. Ist ein Kreditbedarf zu niedrig angesetzt, ist es oft schwierig, einen Kredit nachträglich zu erhöhen. Im umgekehrten Fall, bei einem zu hohen Kreditbedarf, kann es zu einer Überbelastung und damit zum finanziellen Ruin kommen. Bei einem Unternehmen, das Investitionen tätigen möchte, müssen die Kreditgeber deshalb zuerst Bilanzen prüfen oder einen Businessplan anfordern. Gleichzeitig mit einer Berechnung des Kreditbedarfs wird auch die Kreditwürdigkeit festgestellt.

Kreditgebühr Kreditgebühren sind sowohl in der Finanzwelt als auch bei Versicherungen gebräuchlich. Sie stehen oft versteckt in den Verträgen. Diese Gebühren rechtfertigen Kreditgeber mit der Zeit und dem Aufwand, die in die Bearbeitung eines Kredites zu investieren sind. Bei seriösen Kreditanbietern sind die Kreditgebühren meistens auf die Kreditsumme aufgeschlagen und der Kunde zahlt sie bei den monatlichen Raten mit ab. Auf dem Darlehensvertrag muss sie aber aufgeführt sein. Ein Kreditnehmer sollte die verschiedenen Angebote vergleichen, durch den erhöhten Wettbewerbsdruck lassen manche Kreditinstitute die Kreditgebühr weg. Verlangen Kreditvermittler eine Vorauszahlung der Kreditgebühren, deutet dies auf ein unseriöses Geschäft hin. Eine Kreditgebühr richtet sich nach der Kreditsumme und ist prozentual berechnet.

Kreditlinie Die Kreditlinie ist ein Synonym für den Begriff Kreditrahmen. Darunter ist der Betrag zu verstehen, bis zu dem ein Kreditinstitut einem Kreditnehmer garantiert hat, ihm Kredit zu gewähren. Der Kunde ist aber nicht verpflichtet, die Kreditlinie in Anspruch zu nehmen. Eine Kreditlinie bleibt bestehen, auch wenn sie ganz oder teilweise getilgt ist. Ist sie nicht gekündigt, kann der Kunde sie immer wieder nutzen. Bei Einzelpersonen hat dies oft die Form als Dispositionskredit. Für die Summe, die der Kreditnehmer in Anspruch nimmt, sind dann Zinsen zu zahlen. Bei Unternehmen, die eine Kreditlinie beantragen, werden oft Gebühren für die Bereitstellung des Kreditrahmens erhoben. Diese sind dann auch fällig, wenn der Firmeninhaber die Kreditlinie nicht in Anspruch nimmt.

Kreditnebenkosten Kreditnebenkosten sind die Kosten, die bei der Aufnahme eines Kredits entstehen, die aber nichts mit der Tilgung des Kredits zu tun haben. Sie sind dem Betrag, den ein Kreditnehmer ausgezahlt bekommt, aufzuschlagen. Zu diesen Kosten zählen Bearbeitungsgebühren für die Bank, Gebühren für ein Kreditkonto sowie vor allem die Zinsen. Zinsen sind das Geld, das ein Kreditinstitut als Lohn für seine Arbeit verlangt. Kosten, die durch den Abschluss einer Restschuldversicherung entstehen, fallen auch unter die Kreditnebenkosten. Sämtliche Kreditnebenkosten müssen Teil des Kreditvertrages und außerdem für den Kreditnehmer klar zu erkennen sein. Die Kreditsumme addiert mit Kreditzinsen und Kreditnebenkosten ergeben den gesamten Kreditaufwand.

Kreditwürdigkeit Die Kreditwürdigkeit beurteilt die Fähigkeit und den Willen eines Kreditnehmers, seinen Kreditzahlungen nachzukommen. Die Fähigkeit ist wirtschaftlich zu sehen, es sind Belege wie Einkommensnachweise, Bilanzen ein Businessplan vorzulegen. Eine Bank ist gehalten, vor der Vergabe, aber auch während der gesamten Laufzeit die Kreditwürdigkeit zu überprüfen. Hierzu zieht sie Erkundigungen unter anderem über die Schufa ein, die Daten über die Zahlungsfähigkeit gespeichert hat. Bei Ländern geschieht dies über sogenannte Rating-Agenturen. Es gibt aber bis heute keine einheitliche Richtlinie zur Beurteilung der Kreditwürdigkeit. Neben Kreditinstituten holen sich noch der Versandhandel oder Telefongesellschaften Informationen ein. Vermieter oder Handelsbetriebe, die Ratenzahlungen zulassen, nutzen ebenfalls die Beurteilung der Kreditwürdigkeit.

Kreditvergleich Bei einem Kreditvergleich stellt ein potenzieller Kreditnehmer die Konditionen von Angeboten von Kreditvermittlern gegenüber. Auch bei unterschiedlichen Varianten lohnt sich ein Vergleich. Ohne einen Kreditvergleich sollte niemand einen Vertrag abschließen. Dabei sind neben Tilgung und Zinsen auch Nebenkosten oder Laufzeit eines Kredits zu beachten. Die Tilgungsmöglichkeiten in Bezug auf Sonderzahlungen können sehr unterschiedlich sein. Es ist dabei heute nicht mehr notwendig, jede Bank der Umgebung aufzusuchen. Ein entsprechender Vergleich lässt im Internet durchführen. Voraussetzung für einen Kreditvergleich ist, dass ein Kunde seine eigene wirtschaftliche Situation kennt, um die Vergleiche einschätzen zu können.

Kreditvermittlung Die Kreditvermittlung bezeichnet den Handel mit Krediten gegen Entgelt. Dazu ist ein Kreditvermittler nötig, der oft auch andere Finanzdienstleistungen anbietet. Im Internet finden sich ebenfalls Plattformen, die dieses Thema behandeln. Kommt ein Kreditvertrag zustande, ist oft eine Provision fällig. Diese ist auf die monatlichen Raten umgelegt. Aufpassen muss ein potenzieller Kreditnehmer, wenn bereits vor Zustandekommen eines Vertrages eine Bearbeitungsgebühr verlangen beziehungsweise den Abschluss einer Versicherung als Voraussetzung nennen. In Deutschland kann ein Kreditvermittler nur mit einer Zulassung durch die entsprechende Behörde arbeiten, er muss außerdem bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Liquidität Liquidität ist ein Ausdruck für die Verfügbarkeit liquider (geldwerter) Mittel eines Individuums, Unternehmens oder Staates. Das lateinische Wort „liquidus“ bedeutet so viel wie flüssig. Darum findet sich im deutschen Sprachgebrauch nach wie vor die Redewendung „flüssig sein“, gleichbedeutend mit „Geld zur Verfügung haben“. Im betriebswirtschaftlichen Sinne steht Liquidität stellvertretend für die Fähigkeit eines Wirtschaftsakteurs, seine Verbindlichkeiten rechtzeitig zu begleichen. Dabei stehen sich Kapitalseite und Vermögensseite gegenüber. Verfügt ein Unternehmen oder gar ein Staat über zu wenig Eigenkapital, besteht die Gefahr der Überschuldung und damit der Insolvenz. Um Liquiditätsschwierigkeiten zu vermeiden, hilft eine Liquiditätsplanung. In diese fließen sowohl die Ausgaben als auch die Einnahmen eines Unternehmens ein. Bekannte Beispiele für eine fehlende Liquidität aus Deutschland sind die Drogeriemarktkette Schlecker oder das Versandhaus Quelle.

Ratenkredit Bei einem Ratenkredit handelt es sich um ein Darlehen für eine private Person. Er ist meistens für Anschaffungen vorgesehen, zum Beispiel für einen Autokauf. Die Raten bleiben monatlich gleich hoch. In der Rate sind die Zinsen für die Kredittilgung und die anfallenden Gebühren des Kreditinstitutes enthalten. Der Zinssatz verändert sich während der Kreditlaufzeit nicht. Manchmal kommen noch die Kosten einer Restschuldversicherung hinzu. Ein Ratenkredit wird meisten für Darlehensbeträge von 1.000 bis 50.000 Euro vergeben. Als Sicherheit reichen normalerweise ein Lohnnachweis und eine Schufa-Auskunft aus. Auch eine Kreditvergabe mit einem Bürgen ist möglich. Die Monatsraten schwanken stark, bis zu 120 Monate sind bei den meisten Banken möglich.

Rahmenkredit Der Rahmenkredit wird gerne auch als Abrufkredit bezeichnet. Darunter ist ein Kreditrahmen zu verstehen, welcher ohne weitere Übereinkommen zur Verfügung steht. Verbraucher rechnen über ein Unterkonto zum Girokonto ab. Sie können nach Belieben über das Darlehen verfügen und es teilweise oder komplett in Anspruch nehmen. Eine Rückzahlung ist dabei in Höhe und Laufzeit frei, es kann jedoch eine Mindestzahlung pro Monat ausgemacht sein. Der Rahmenkredit ist kostengünstiger als ein teurer Dispositionskredit. Voraussetzung für einen Rahmenkredit ist das Einkommen des Kreditnehmers, dass so hoch sein sollte, das eine schnelle Rückzahlung möglich ist.

Schufa Schufa ist der Name für eine privatwirtschaftlich organisierte Wirtschaftsauskunftei. Sie gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit einer Person. Damit sollen die eingetragenen Mitglieder vor einem finanziellen Verlustgeschäft geschützt sein. Sitz der Schufa Holding AG ist Wiesbaden. Bei der Schufa sind jede Menge Daten gespeichert, die auch von Banken oder Telefongesellschaften an die Schufa gehen, ebenso bei Ratenkäufen oder über Kreditkarten. Hat ein Verbraucher negative Einträge und zahlt die offenen Forderungen, bleiben die Informationen weitere drei Jahre gespeichert. Wer zum Beispiel einen Kredit oder einen Kauf auf Raten tätigen will, muss vorher einwilligen, dass eine entsprechende Auskunft bei der Schufa eingefordert wird. Ohne diese Einwilligung darf allerdings niemand eine Auskunft anfordern. Jeder Verbraucher besitzt das Recht, einmal im Jahr eine Auskunft über die gespeicherten Daten anzufordern. Dieser kostenlose Service ist auch dazu da, um falsche Daten zu korrigieren.

Kredit Lexikon
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Schufa-freier Kredit Alle Banken im deutschen Inland arbeiten mit der Schufa zusammen. Will ein Kreditnehmer einen Schufa-freien Kredit beantragen, kann er dies nur bei ausländischen Banken. Oder er wendet sich an einen Kreditvermittler, der aber wiederum mit Kreditinstituten im Ausland verhandelt. Kredite ohne Schufa haben als Voraussetzung, dass der Kreditnehmer ein festgelegtes Mindesteinkommen vorweisen kann. Er muss volljährig sein und einen festen Wohnsitz haben. Ein Verbraucher hat höhere Zinsen und die Kosten einer Bearbeitungsgebühr. Solche Kredite bergen das Risiko einer Überschuldung in sich. Jedes eingetragene Darlehen fließt in die Berechnung einer Kreditwürdigkeit mit ein. Verliert ein Kreditnehmer die Übersicht, kann eine Insolvenz drohen.

Studentenkredit Ein Student kann oft nicht an einer Universität an seinem Heimatort studieren. Dann sind Kosten damit verbunden, die ein Student kaum zahlen kann, da er über kein eigenes Einkommen verfügt. In diesem Fall ist ein Studentenkredit hilfreich. Er hat besondere Konditionen. Es gibt ihn als staatlichen Kredit, aber inzwischen auch über Kreditinstitute. Ein Studentenkredit hat in der Regel niedrige Zinssätze und besondere Rückzahlungsmodalitäten. Die Rückzahlung ist flexibel möglich, auch als Sondertilgung. Oft ist der Zeitpunkt des Rückzahlungsbeginns auf das Ende der Studienzeit gelegt. Bei einem staatlichen Studentenkredit erfolgt die Auszahlung unabhängig vom Einkommen und der Vermögenssituation. Andere Kreditinstitute arbeiten aber auch mit wenig Sicherheit. Voraussetzung ist, dass ein Vollzeit-Studium aufgenommen wird und der Student zwischen 18 und 26 Jahre alt ist.

Überschuldung Eine Überschuldung ist dann vorhanden, wenn eine Privatperson nicht mehr in der Lage ist, den bestehenden Forderungen nachzukommen. Die Ausgaben sind höher als die Einnahmen, der Anteil, seinen eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren, ist immer kleiner. Der Kunde ist nicht in der Lage, sich aus eigener Kraft aus dieser Situation zu befreien. Die Ursachen für eine Überschuldung können in einer Arbeitslosigkeit, einer längerfristigen Krankheit oder in falschem Wirtschaften liegen. Der erste Schritt aus einer Überschuldung kann der Gang zu einem Schuldnerberater sein. Dieser analysiert als Erstes die Situation, zeigt dann Sparmöglichkeiten oder Vergleichsmöglichkeiten mit den Gläubigern auf. Im schlimmsten Fall kann es zum Insolvenzantrag kommen.

Überziehungszins Ein Überziehungszins ist fällig, wenn bei einem Konto das Kreditlimit überschritten ist. Bei einem Guthabenkonto darf das Konto nicht ins Minus gehen. Duldet ein Kreditinstitut trotzdem eine Überziehung, kann es Zinsen dafür erheben. Die Höhe variiert dabei von Bank zu Bank. Jedes Kreditinstitut ist dazu verpflichtet, durch Aushänge in den Filialen auf solche Kosten hinzuweisen. Überziehungszinsen sind langfristig teuer, es ist für den Verbraucher eine Überlegung wert, die überzogene Summe in einen Kredit umzuwandeln. Überziehungszinsen können sich täglich ändern, sie sind nicht festgeschriebenen. Hat eine Bank eine Überziehung einmal geduldet, hat der Kunde beim zweiten Mal trotzdem keinen Anspruch auf eine Duldung.

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