Währungen

Währungen als Anlageklasse

Jeder professionelle Investor und die meisten privaten Anlegen kennen Aktien, Anleihen oder auch Rohstoffe wie etwa Edel- und Industriemetalle sowie Erdöl als Anlageklassen. Seit einigen Jahren entdecken mehr und mehr Anleger auch Währungen als eigenständige Anlageobjekte und ergänzen damit ihr Portfolio. Und das zu Recht. Denn gute Gründe sprechen dafür, einen Teil des Vermögens in Fremdwährungen zu investieren.

Währungen verhalten sich anders als Aktien

Devisen eignen sich in besonderem Maße, um einseitig zusammengestellte Portfolios zu diversifizieren. Denn sie weisen eine geringe Korrelation zu Aktien, Anleihen und Anderen Anlagen auf, wie die Erfahrung immer wieder bestätigt. Damit ist gemeint, dass die Entwicklung von Währungen nur wenig mit jener der anderen Anlageklassen einhergeht. Fallende Aktienkurse lassen also nicht ohne Weiteres auf sinkende Erträge aus Währungsanlagen schließen. Dasselbe gilt für den Vergleich von Währungen mit zum Beispiel Staatsanleihen, Gold, Silber und Erdöl. Aufgrund dieser Eigenschaft gilt, was der Volksmund lehrt, wenn es darum geht, Unsicherheiten und Verluste in Grenzen zu halten: Nicht alles auf ein Pferd setzen! Angewendet auf die Diversifikation: Nicht das ganze Vermögen in eine oder zwei Anlageklassen investieren. In ein wohl strukturiertes Portfolio gehören mehr als nur Aktien und Gold, idealerweise auch Währungen. Dadurch können Risiken oder Verluste in einer Anlageklasse durch Chancen und Gewinne einer anderen Anlageklasse ausgeglichen und das Vermögen erhalten oder sogar moderat gesteigert werden.

Euro sind Euro, Franken sind Franken, Rand sind Rand

Währungen sind allerdings nicht gleich Währungen. Viel eher unterscheidet sich jede Devise von den anderen insbesondere durch die Verzinsung, die geboten werden. Beispielsweise liegen die Zinsen in den USA, der Europäischen Union oder der Schweiz bei unter oder knapp 0,5 Prozent. Ganz anders beispielsweise in Südafrika, wo mit einer Verzinsung von rund fünf Prozent zu rechnen ist. Die markanten Unterschiede gehen auf die Geldpolitik der nationalen Notenbanken, die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch auf die Stabilität und Sicherheit eines Landes zurück. Während etwa die Schweiz seit jeher als sicherer Hafen gilt und risikoscheue Anleger anzieht, kommt es in Südafrika häufiger zu sozialen Spannungen, Streiks, Gewalt und wirtschaftlicher Unsicherheit. Damit Investoren dennoch in Südafrika investieren, müssen die für die Fiskal- und Geldpolitik zuständigen Behörden eine das Risiko kompensierende höhere Verzinsung anbieten. Durch die ausgewogene Mischung verschiedener Währungen im Portfolio können Anleger also zusätzlich profitieren, indem sie sich einerseits in sicheren und andererseits in ertragsreichen Devisen engagieren.

Devisenmärkte ticken schnell – sehr schnell!

Allerdings, und dies dürfte bei vielen privaten Anlegern für Zurückhaltung sorgen, gehören Devisen- wie auch etwa Aktienmärkte zu den schnelllebigsten Märkten überhaupt. Die Währungskurse verändern sich im Sekundentakt, können aufgrund einer Pressemeldung, eines politischen Ereignisses oder einer Verlautbarung der Regierung oder der Zentralbankvertreter mal auf Talfahrt, mal auf Klettertour gehen. Wer nicht laufend die Märkte verfolgt, könnte unerwartet schnell auf die Verlustseite geworfen oder, auch das ist möglich, auf die Gewinnerseite befördert werden.

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